Michael Schönhofen, der 1. Vorsitzende des Fördervereins Gefangenenbüchereien e.V. (FVGB), fuhr in Begleitung seiner Partnerin Elisa in die Hansestadt. Ziel der Reise war das traditionelle Sommerfest des Hamburger Fürsorgevereins am 7. Juli 2026 – eine ideale Plattform, um bestehende Netzwerke zu pflegen und neue Kooperationen im Bereich der Resozialisierung und Gefängnisbibliotheken anzustoßen. Dort traf er sich mit Lisa Krolak, einem weiteren Vorstands-Mitglied des Fördervereins.
Trotz des typisch norddeutschen Schmuddelwetters war das Sommerfest gut besucht und die Stimmung ausgelassen und von herzlicher Gastfreundschaft geprägt. Ein besonderes Highlight des Festes war der Chor-Auftritt von Inhaftierten der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg (Sotha), die das Publikum mit ihrem Gesang begeisterten.
Im Rahmen des Festes kam es zu einem intensiven fachlichen Austausch mit Sara Lodeserto und Mike Bauer, die aus der Hamburger Zentralbibliothek die fünf Gefängnisbibliotheken der Hamburger Justizvollzugsanstalten betreuen. Dabei kam ein bemerkenswerter Unterschied zu anderen Bundesländern zur Sprache: Die anwesenden Hamburger Inhaftierten berichteten stolz, dass sie Medien aus den regulären Hamburger Stadtbibliotheken entleihen können. „Das ist in vielen anderen Anstalten, die ich kennengelernt habe, leider nicht so“, betonte Schönhofen. „Diese Hamburger Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den JVAs ist ein echtes Vorbild für gelungene Resozialisierung und kulturelle Teilhabe.“
Zudem nutzte Schönhofen die Gelegenheit, um über das Projekt „Bücherecke aus dem Knast“ zu sprechen. Die Sotha-Teilnehmer stellten daraufhin direkt den Kontakt zu ihrem eigenen Büchereibetreuer her, der ebenfalls auf dem Fest anwesend war. In einem intensiven Fachgespräch wurden direkt neue Ideen und Ansätze diskutiert.
Der Förderverein Gefangenenbüchereien e.V. bedankt sich ganz herzlich beim Hamburger Fürsorgeverein, insbesondere bei der Geschäftsführerin Maren Michels, für die großartige Gastfreundschaft, die hervorragende Verpflegung und den inspirierenden Austausch. Trotz des Regens war es ein rundum gelungener Nachmittag, der einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig Netzwerkarbeit für die Bildungsarbeit hinter Gittern ist.
